Forschung ist intensive Arbeit, das können die das Gebiet betreuenden Organisationen nicht allein. Darum werden sie bei allerlei Studien und Projekten durch eine große Gruppe Freiwilliger unterstützt. Eine Arbeitsgruppe der Naturschutzorganisation „De Steltkluut“ spielt dabei eine sehr wichtige Rolle, da sie seit 1988 jährlich den Vogelbestand in Saeftinghe erfasst.

Darüber hinaus werden auch die Pflanzen, Insekten, Fische und Säugetiere sowie die morphologischen Veränderungen der Marschlandschaft durch Strömung, Erosion und Sedimentierung überwacht und untersucht.

Vogelzählungen

Die Vogelzählungen werden an brütenden, durchziehenden und überwinternden Vögeln durchgeführt.

  • In bestimmten Bereichen wird jährlich der Anteil an Brutvögeln erfasst.
  • Etwa alle sechs Jahre werden die Brutvögel im ganzen Gebiet vollständig erfasst, so zuletzt 2012 geschehen.
  • Jedes Jahr von Juli bis März werden monatliche Vogelzählungen bei Ebbe durchgeführt .
  • Monatliche  Vogelzählungen bei Flut  werden das ganze Jahr über durchgeführt.
  • Im Winter werden Weihen an ihren Schlafplätzen gezählt.

Vogelberingungsstation

Die Beringung von Vögeln ist eine Methode, um Einsicht in deren Zugverhalten, Brutplatzwahl, Überlebensrate und Fortpflanzung zu erhalten. Vogelberingung findet in Saeftinghe seit Oktober 1995 statt und ist Teil eines nationalen Forschungsprogramms. Seit 2010 befindet sich eine komplett eingerichtete Beringungsstation auf dem sogenannten Gasplateau von Saeftinghe.

Common Kingfisher, caught by a certified volunteer at the Saeftinghe ringing station.

Wie funktioniert es?

Hauptsächlich im Spätsommer fangen Freiwillige mit amtlicher Beringungserlaubnis Vögel mit Netzen oder manchmal mit Fangkäfigen. Sie werden gemessen und gewogen und mit einem Metallring am Fuß versehen, der jeweils eine einzigartige Ziffernkombination trägt und den Vögeln nicht wehtut oder sie stört. Danach werden die Vögel sofort freigelassen.

Einige der gefangenen Vögel wurden bereits woanders beringt. Alle Daten von neu beringten und wiedergefangenen Vögeln werden in eine spezielle Datenbank eingespeist. Die Ringfunde können hier eingesehen werden. Die Vogelberingung in Saeftinghe ist Teil der Forschungsarbeiten der nationalen Beringungszentrale „Zentrum für Vogelzug und -demografie“ einer Abteilung des niederländischen Instituts für Ökologie (NIOO / KNAW) in Wageningen.

Ergebnisse

In aller Kürze: Die häufigsten Arten sind Bartmeise, Blaukehlchen, Teichrohrsänger, Schilfrohrsänger und Rohrammer. In den Fangkäfigen wurden u. a. Wasserralle und Tüpfelsumpfhuhn gefangen. Während des Vogelzugs (besonders im Herbst) übernachten viele Rauch- und Uferschwalben im Schilf. Über das mengenmäßige Verhältnis zwischen Jungvögeln im 1. Jahr und Altvögeln der dort gefangenen Schwalben kann deren Bruterfolg jährlich eingeschätzt werden. Die Untersuchungsergebnisse werden regelmäßig veröffentlicht.