Flora

Die Marschflora spiegelt den Einfluss des Brackwassers wieder. Löffelkraut ist eine der Besonderheiten von Saeftinghe. Diese Art ist typisch für Brack- und Salzwiesen und kommt hier häufig vor. Arten wie Strand-Aster, Strandsimse, Strand-Milchkraut, Strand-Dreizack, Strandschwingel und Salz-Binse sind ebenso weit verbreitet. Weniger häufig sind Sellerie, Salz-Hasenohr, Federschwingel und Kleines Tausendgüldenkraut. Im Osten, wo der Einfluss von Süßwasser größer ist, haben sich große Röhrichte entwickelt – nirgendwo in Seeland findet man sonst eine so große von Schilf bedeckte Fläche. Obwohl die Röhrichte botanisch weniger interessant sind, haben sie für Vögel große Bedeutung. Es wird erwartet, dass sie allmählich weiter versüßen und verbuschen werden, wofür die Etablierung des Schwarzen Holunders und der Gewöhnlichen Zaunwinde die ersten Vorboten sind. Der höher gelegene Teil des Gebiets wird durch Rinder beweidet und weist die größte floristische Vielfalt auf.

Echt lepelblad

Löffelkraut

Insekten

Saeftinghe beherbergt eine große Population von mehreren Tausend bis Zehntausend der seltenen Küsten-Seidenbiene (Colletes halophilus), eine Einsiedlerbienenart. Diese lebt vom Pollen von Strand-Astern und gräbt ihr Nest im Sandboden, weshalb der für sie geeignete Lebensraum auf sandige Bereich der Brackmarsch beschränkt ist. Dessen Brutparasit, die noch seltenere Filzbiene (Epeolus tarsalis), eine Kuckucksbienenart, tritt ebenfalls in Saeftinghe auf. Eine ebenso seltene, vorkommende Art ist die Grabwespe Mimumesa sibiricina. In Westeuropa leben nur ein paar isolierte Populationen, wovon diejenige in Saeftinghe die bisher größte bekannte Population ist.

Die in Saeftinghe anzutreffenden Fliegenarten zeigen eine für Brackmarschen charakteristische Zusammensetzung mit typischen Arten wie der gelben Großen Sumpfschwebfliege (Helophilus trivittatus) und der Küsten-Schwebfliege (Eristalinus aeneus). Darüber hinaus beherbergt das Gebiet eine große Population der seltenen Schwebfliegenart Platycheirus immarginatus. Von der Familie der Bremsen sind zwei weniger häufige Arten vertreten, deren Larven in Brackwassermarschen leben: Haematopota bigoti und Hybomitra expollicata.

Entlang der Deiche und Dämme in Saeftinghe können oft zahlreiche wandernde Tagfalter beobachtet werden, was damit zusammenhängt, dass diese den Flug über offene Gewässer meiden und sich daher an die Grenze von Wasser und Land halten. Im Sommer 2013 waren zum Beispiel Hunderte Orangerote Kleefalter (Colias croceus) zu sehen; weitere bemerkenswerte Standfalter sind Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Mauerfuchs (Lasiommata megera) und Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis).

Oben: Kuckucksbiene.